In den vergangenen Tagen haben wir sie öfter gesehen: Fotos von Stammkunden, die ihren Urlaub gerade unter spanischer Sonne verbringen. Und wie es sich für Stammkunden nun mal gehört, haben sie sich auch für die schönste Zeit des Jahres mit Röstzeit-Kaffee ausgestattet. So weit, so gut. Was aber, wenn man unterwegs ist und der Koffeinpegel in kritische Dimension absackt? Das Wichtigste vorab, quasi als Beruhigung: Spanischer Kaffee ist in Deutschland zwar noch eine Rarität, aber Spanien hat eine traditionsreiche Kaffeekultur, die viele raffinierte Spezialitäten hervorgebracht hat:

Klein, stark und tiefschwarz kommt der Café solo daher – gleich einem Espresso. Zu stark? Dann versucht doch mal einen Café americano. Der ist vergleichbar stark wie deutscher Filterkaffee, aber viel bekömmlicher. Kommt Milch in den Café solo, wird er zum „cortado“, zum „Verschnittenen“ – eine Alternative für magenempfindliche Kaffeetrinker. Erst wenn der Kaffee zur Milch kommt, heißt das Ganze Café con leche. Er wird entweder in einer großen Tasse serviert oder auch im Glas. Latte macchiato und Cappuccino gibt es übrigens nicht – man vermisst die beiden aber auch nicht.

Gewöhnungsbedürftig sind auf jeden Fall der Café bombón, der Barraquito und der Carajillo. Ersterer klingt nicht nur nach zuckersüß – er ist es auch. Serviert wird er in einem Glas, damit schon der optische Genuss sich voll entfalten kann: unten eine cremefarbene Schicht aus sämiger, gezuckerter Kondensmilch, darüber der schwarze Café solo mit seiner kaffeebraunen Crema. Umrühren und genießen! Den kleinen Zuckerschock bekämpft ihr am besten mit dem mitgelieferten Glas Wasser. Kondensmilch spielt auch beim Barraquito eine Rolle, dazu kommen allerdings noch Tia Maria, ein Kaffeelikör, und ein Stück Zitronenschale. Der Carajillo setzt da noch das eine oder andere Prozent drauf – der enthaltene Schnaps oder Brandy stürmt mit Karacho in den Magen und räumt auf.

Spanischer Kaffee wird übrigens anders geröstet als bei uns und der Robusta-Anteil ist meist höher. Das verleiht ihm seinen kräftigen, vollmundigen Geschmack. Viele Kaffeemischungen enthalten besondere Bohnen, die im Torrefacto-Verfahren hergestellt. Das Geheimnis ist Zucker. Er wird beim Rösten zugesetzt und ummantelt die Bohne. Das reduziert die Säure und das Getränk schmeckt weniger bitter. Süß ist das Ergebnis allerdings nicht – dafür ist der Zuckeranteil viel zu gering.

Wenn ihr auch frische Bohnen in euren Urlaub mitnehmen und/oder auf gar keinen Fall auf euren Röstzeit-Kaffee verzichten möchtet, schaut doch einfach mal in unseren Cafés oder in unserem Onlineshop vorbei!