Spektakuläre Andenwelten, zauberhafter Kolonialstil, üppig-grüne Kaffeeplantagen: Eingerahmt zwischen Pazifik und Karibik gilt Kolumbien als eines der schönsten Länder Lateinamerikas. Aber gerade die Kaffeeplantagen gehörten nicht schon immer zum prägenden Bild. Erst 1723 regten Jesuiten die lokale Bevölkerung dazu an, Kaffee anzubauen. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn Kaffee wurde im 17. Jahrhundert in Europa zwar immer beliebter. Allerdings scheiterten alle Versuche, die Sträucher selbst zu kultivieren, jämmerlich. Wie gut, dass es da die klimatisch besser geeigneten Kolonien gab: Über die französischen Außenquartiere Martinique und Guyana landeten die ersten Pflanzen schließlich in Südamerika – und damit auch in Kolumbien. Fun Fact: Dessen damaliger Erzbischof sagte den Menschen, dass sie statt der üblichen Buße beim Beichten einfach drei bis vier Kaffeesträucher pflanzen sollten. Auch eine Art, einen wahren Boom auszulösen …

Eine der nördlicheren Anbauregionen ist Antioquia bei Medellin. „Masse statt Klasse“, war hier lange Zeit das alles überragende Motto. Doch das hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend geändert: Spezialitäten stehen mittlerweile im Vordergrund. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Abkehr von sonnengewachsenen Monokulturen zu schattengewachsenen Mischkulturen. Genau hier – nämlich in Concordia – liegt die Finca Verdun von Maria Elena Garces, die sie seit 19 Jahren betreibt. Der Kaffee gedeiht auf einer Höhe von 1.700 bis 1.800 Metern. Für die Ernte werden nur wirklich reife Kirschen ausgewählt und von Hand gepflückt – das gewährleistet eine gleichbleibende Qualität. Danach werden die Kirschen gewaschen und in großen Becken in der Sonne für 32 Stunden fermentiert, was das Aroma und den Koffeingehalt erhöht. Anschließend erfolgt die Trocknung, Häutung und maschinelle Sortierung, bevor die Rohbohnen in Säcke gefüllt ihren Weg zu Röstereien in der ganzen Welt antreten.

Und jetzt zu den wichtigsten Fragen: Körper? Geschmack? Aroma? Der Körper des Columbien Finca Verdun ist sehr cremig mit einer medium und zitrisch ausgeprägten Säure. Geschmacklich werden Erinnerungen an dunkle Schokolade, Mandeln und Orange geweckt – und gerade die schokoladigen Nuancen bleiben beim Nachschmecken wunderbar erhalten. Probieren und kaufen könnt ihr diese Spezialität wie immer in unseren Cafés. Nachkaufen geht im Onlineshop, solange der Vorrat reicht. Lasst es euch schmecken!