Der Kaffee aus dem Hochland der Blauen Berge, die Blue Mountains auf Jamaika, gilt als einer der besten der Welt. Der Name kommt übrigens von dem bläulich schimmernden Nebel, der die Bergkette gern umhüllt und der Landschaft etwas Magisches gibt. Leicht gekleidet – schließlich ist es „unten“ brüllend heiß –, kann man hier auch schon mal eine Jacke herbeisehnen. Der Nebel ist übrigens – neben dem nährstoffreichen Boden – für den einzigartigen Geschmack verantwortlich. Mild, mit vollem Aroma und leicht süßlich überzeugt er Kenner aus der ganzen Welt. Dazu zählen keine geringeren als Mr. Bond, Queen Elizabeth II. und die japanische Kaiserfamilie. Nebenbei: Viele Plantagen sind sogar in japanischem Besitz und gut vier Fünftel der Ernte gehen nach Japan, wo sich Kaffeeliebhaber die gute Tasse echten Blue-Mountain-Kaffee eine ganze Menge Yen kosten lassen.

  

Angefangen hatte alles mit einigen Setzlingen von Sträuchern äthiopischen Hochlandkaffees, die Jamaikas Gouverneur Sir Nicholas Lawes 1728 aus Martinique importiert hatte. Sie gediehen hervorragend im milden, feuchtnebligen Klima auf den fruchtbaren Terrassen an den Südhängen der Blue Mountains. Französische Pflanzer, die auf der Flucht vor den Sklavenaufständen 1801 von Haiti nach Jamaika kamen, kultivierten die Plantagen weiter – und bald avancierte die Insel zum größten Kaffeeproduzenten der Welt. Nach dem Ende der Sklaverei 1838 versuchten viele Freigelassene, mit dem Anbau von Kaffee ihr Auskommen zu finden. Die Erntemengen stiegen gewaltig, aber Qualität und Preis konnten sich auf dem Weltmarkt in Konkurrenz zu neuen Erzeugerländern wie Brasilien nicht durchsetzen. Jamaikas Kaffeeproduktion stagnierte und ging schließlich drastisch zurück. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts kam es zum Aufstieg des Blue-Mountain-Kaffees zum Kultgetränk. Strenge Richtlinien zu Anbau und Verarbeitung vom Coffee Industry Board definieren den hohen Qualitätsstandard.

Bis zu zehn Monate reifen die roten Kaffeekirschen an den Sträuchern, die in Höhenlagen ab 900 Metern gedeihen (nur dann darf er auch Blue Mountain heißen), dann werden sie per Hand abgepflückt. In den Verarbeitungsbetrieben schält man aus den Beeren erst die paarigen Steinkerne heraus und aus diesen durch Entfernen der Pergamenthülle die Kaffeebohnen. Die Bohnen werden dann unter häufigem Wenden im Freien getrocknet. Zum Schluss wird der Rohkaffee geröstet, wodurch sich die alles entscheidenden Aroma- und Geschmacksstoffe bilden. Die Zubereitung des Kaffees ist dann bekanntlich eine weitere bedeutende Kunst …

Kleiner Tipp: Der Blue-Mountain-Kaffee fühlt sich in der French Press besser aufgehoben als in der Espressomaschine.